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Stimmen zum Werk von Ugo Dossi

The art of Ugo Dossi is centered on unconscious creativity, on sensual and extra sensual perceptions. Ugo Dossi works with archetypical and collective imaginations, with automatic drawing, subliminal projections and psychic phenomena. His installations have been shown twice at Documenta (Documenta 6 and Documenta 8), at the Biennales of Venezia (1986 and 2011), of Paris (1975), of Buenos Aires (1999) and in personal exhibitions in numerous international museums.

Typisch für das Werk von Ugo Dossi ist sein Umgang mit Darstellungsformen des Grenzenlosen, die das Denken in die Wahrnehmung des hinter allem liegendem Unendlichen führen. Dossi greift dieses Thema immer wieder auf. Er hat es für seinen Beitrag zur Documenta 6 als mathematische Form der „relativen Freiheit“ bearbeitet und für die Documenta 8 mit unterschwelligen Bildprojektionen in den Raum der unbewussten Vorstellungswelt versetzt.

Mit grossen 3-dimensionalen Objekten bringt er es in den architektonischen Raum, mit subliminalen, geblitzten Projektionen in die Landschaft der Stadt. Hinter all seinen Arbeiten lässt sich, unabhängig von der für viele verwirrenden Bandbreite seiner eingesetzten formalen Mittel, das eigentliches Produkt wieder erkennen: ein intensives, intimes und einzigartiges Gefühl des Unendlichen.

Ugo Dossi arbeitet mit Systemen und Bildern, die uns erlauben, einen verstohlenen Blick auf die Intuition des Unendlichen zu werfen, und die jenen Teil in uns ansprechen, dem es gegeben ist, „ein Auge zu riskieren“, wenn uns jemand hilft, die Öffnung dafür zu finden.

Henry Martin in’.  Ugo Dossi – Die Mechanik der Faszination ,  Galerie Maeght, Zürich

Ugo Dossi abstrahiert von allen unmittelbar virulenten Bezügen und Verweisen auf zeitspezifische Gegebenheiten, um so Bilder von der Topographie des Bewusstseins zu erarbeiten. Stanislav Grof, Fritjof Capra und Ilya Prigonine könnten den Schlüssel für das Verständnis von Dossis irritierenden Vorstellungen liefern, in denen sich Traum und Realität, Unterbewusstes und Bewusstes, Individuelles und Archetypisches vermischen.

Armin Zweite in: Aktuell 83,  Lenbachhaus, München

Selbst in einer Epoche, in der die Idee der Avantgarde zur Ideologie der Innovation und zur Praxis permanenter Grenzüberschreitungen gerann, bewahren Ugo Dossis Grenzgänge ihre irritierende Radikalität.  Sie kundschaften immer noch jenseits der Grenzmarkierungen unserer Konventionen über Kunst.
(….) bis ich verstand, dass Dossi die Kunst als Instrument einsetzt, als sanften Sprengsatz verwendet, mit dessen Hilfe er unsere eingekrusteten Denkstrukturen und -Gewohnheiten aufbricht (… ). Ich lernte diese Arbeiten als Trittsteine und Sprungbretter zu betrachten, ihre Symbole – Knoten, Salz, Nachthimmel – nicht als ikonographische Lektüre, sondern als imaginatives Potential zu sehen, das genutzt, nicht einfach decodiert sein will

Manfred Schneckenburger in: Dem höheren Zweck – Retrospektive Ugo Dossi, München

Seine Arbeit knüpft an die Tradition wissenschaftlicher Experimente an.  Er schreibt: „Ich versuche, das Undenkbare zu denken, ich versuche Bilder zu realisieren, die die Wahrnehmung des Unendlichen im Endlichen erleichtern.“ Seine Arbeit kann als exemplarisch für künstlerisches, spekulatives Denken, in der Philosophie Begriff für jenes Denken, das jeden Erfahrungsbezug überschreitet, gesehen werden.

Yves Michel Bernard in:  Force Sight – Internationale Kunst der Gegenwart, Schloss Presterneck

So reich und außergewöhnlich sich sein Werk präsentiert: Alles, was Dossi seit einem Vierteljahrhundert malt, zeichnet, montiert, projiziert, inszeniert, kreist um den gleichen Einstieg in die unbewusste Bilderwelt.  Er sucht keine Sensation der Form oder der Farbe oder des Materials, sondern immer die gleiche Tiefe, den gleichen Grund.  Kein Gold der Alchimisten, aber den Schnittpunkt, an dem unsere nichtbewusste Erfahrung sich ins Bewusste, Sichtbare stülpt.  Alle Wege führen in einen Innenraum, der, anders als Rom, nicht hierarchisch und dogmatisch, sondern offen und voller Bilder und relativer Freiheiten ist.

Dossi: ein Künstler, der seine Kunst leichthändig, fast elegant, ohne Tiefsinn zu schwitzen, mit mehr belädt als der Botschaft ihrer Beliebigkeit oder Autonomie.
Dabei wüsste ich wenige Künstler, die ihr Kunst so weit von unseren Übereinkünften über Kunst weggeführt haben und ihr doch so verfallen blieben.

Manfred Schneckenburger in: Ugo Dossi – Museum Moderner Kunst, Wien

Kunst wird hier zu einer Art von öffentlichem Transportmittel, zum Innen und Aussen verbindenden Auto-Mobil für das kreative Potential ihrer Betrachter.

Thomas Eisen in: Ugo Dossi – Öffnung , Städtische Kunstsammlungen, Augsburg

Ugo Dossi‘s work deals with systems and images that open up spy-holes onto the intuition of the infinite and they appeal to the part of us that would be capable of peeping through for a look, if only we were capable of finding it.

Manfred Schneckenburger in: Ugo Dossi – Museum Moderner Kunst, Wien

Time and again in his artwork, Ugo Dossi uses images and metaphors of endlessness to seduce and induce the viewer to immerse in a realization of the infinite. His tools of seduction seem also of unlimited spectrum, ranging from tiny objects in small boxes, which he calls „Worldmodels“, to large sculptures in architectural space, to enormous „Art-Fields“ in the landscape.

In his installation for Documenta 6, he used the puzzling beauty of mathematical forms to show what he called „the relative freedom“, and for Documenta 8, he penetrated the world of the subconscious imagination, through subliminal projections. Throughout the many facets of his work, irradiates the light of a single spirit, searching for expression in so many forms; we perceive this spirit as an intense and all pervading echo of infinity.

Dossi´s programmatic new approach changes art into a metaphysical tool, into a metachemical agent. His concept contains a promise of inconceivable significance: Art can supply the subconscious artificially and artfully with thouse assoziative elements, catalysts and stimuli, which are indispensable for a more complete functioning of the psychic metabolism.

R. Pontecorvo, Isomorphy, Brochure Biennale Venezia 1986

Even in an era, in which the concept of avantgarde has turned into an ideology that promotes innovation and the practice of permanently exceeding beyond Iimits, Dossi´s ‘border crossings‘ retain their irritating radicalism. They are continuing to venture into regions that lie outside the boundaries set by our conventions on art.

Manfred Schneckenburger, Cat. Ugo Dossi,  Hagen Verlag München, 1990

Le travail d’Ugo Dossi renoue avec la tradition du savoir scientifique. Il écrit «j’essaie de penser l´impensable, j´essaie de réaliser des images, qui facilitent la perception de l´ infini dans la finitude

Yves Michel Bernard, Cat. Force Sight 1992

Ugo Dossi abstrahiert von allen unmittelbar virulenten Bezügen und Verweisen auf zeitspezifische Gegebenheiten, um so Bilder von der Topographie des Bewusstseins zu erarbeiten. Stanislav Grof, Fritjof Capra und Ilya Prigonine könnten den Schlüssel für das Verständnis von Dossis irritierenden Vorstellungen liefern, in denen sich Traum und Realität, Unterbewusstes und Bewusstes, Individuelles und Archetypisches vermischen.

Armin Zweite, Cat: Aktuell 83,  Lenbachhaus, München 1983